Früher in Rente – als Schwerbehinderter

Viele Menschen sehnen den wohl verdienten Ruhestand dringend herbei, weil sie nicht mehr so gesund und leistungsfähig sind, wie es für ihre Erwerbstätigkeit eigentlich erforderlich wäre. Eine reguläre vorzeitige Inanspruchnahme der Altersrente bedeutet jedoch lebenslange Rentenabzüge in Höhe von bis zu 18 Prozent.

Eine Möglichkeit, ohne Abzüge eher in Rente zu gehen, bietet die Altersrente für schwerbehinderte Menschen.

Anspruch auf eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen ohne Abzüge besteht ab Vollendung des 65. Lebensjahres. Versicherte, die vor dem 1.1.1964 geboren sind, können bereits ab Vollendung des 63. Lebensjahres abzugslos Altersrente beziehen, wobei die Altersgrenze für nach dem 31.12.1951 Geborene schrittweise angehoben wird.

Dieser Rentenanspruch besteht also grundsätzlich zwei Jahre früher als die reguläre Altersrente.

Voraussetzungen
Die Voraussetzungen für eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen sind die Erfüllung der 35jährigen Wartezeit sowie die Anerkennung als schwerbehinderter Mensch. Die Anerkennung als schwerbehinderter Mensch stellt das zuständige Versorgungsamt aus, wenn ein Grad der Behinderung von wenigstens 50 vorliegt.

Da die Bearbeitungszeit für einen Antrag auf Anerkennung der Schwerbehinderung mitunter mehrere Jahre in Anspruch nimmt, ist es ratsam möglichst zeitig einen Antrag zu stellen.

Wie lange hat das Amt für die Bearbeitung Zeit?
Sollte der Antrag innerhalb eines halben Jahres nicht bearbeitet worden sein, kann kostenfrei Untätigkeitsklage vor dem Sozialgericht erhoben werden. Diese Untätigkeitsklage ist auf Bescheiderteilung gerichtet. Für die Bearbeitung von Widersprüchen hat die Behörde nur ein Vierteljahr Zeit; danach kann auf Bescheiderteilung geklagt werden kann. Die Behörde sollte jedoch vor Klageerhebung nochmals angemahnt werden.

Wo erhalten ich Hilfe?
Die jeweiligen Behörden sind zur kostenfreien Auskunft im Rahmen ihrer Zuständigkeit verpflichtet. In Zweifelsfällen kann es durchaus ratsam sein, einen Rentenberater oder Rechtsanwalt hinzuzuziehen.

Christin Müller
Rechtsanwältin und Rentenberaterin