Nicht erwerbsfähig – dennoch versorgt mit ERWERBSMINDERUNGSRENTE

Etwa 400.000 Versicherte stellen jedes Jahr einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Die Wenigsten erhalten problemlos einen Bewilligungsbescheid. Viele müssen erst um das ihnen zustehende Recht kämpfen. Hierbei ist die Kenntnis der Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente von großem Vorteil.

Medizinische Anforderderung
Anspruch auf eine teilweise Erwerbsminderungsrente besteht grundsätzlich, wenn der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung nur noch weniger als sechs Stunden, jedoch mehr als drei Stunden täglich, erwerbstätig sein kann. Ist er nicht mehr in der Lage, mindestens drei Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine berufliche Tätigkeit auszuüben, hat er Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente.

Es gibt Fallgruppen, in denen darüber hinaus ein Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente besteht. Ein Beispiel ist die nicht gegebene Wegefähigkeit. Ist ein Versicherter nicht mehr in der Lage, 4 x täglich eine Wegstrecke von 500 m zurück zu legen, besteht grundsätzlich ebenfalls ein Anspruch auf Rente.

Wie wird das Restleistungsvermögen festgestellt?
Ihre Rentenversicherung prüft dies anhand ärztlicher Unterlagen. Zunächst werden Befundberichte Ihrer behandelnden Ärzte angefordert; eventuell werden weitere Gutachten durch von der Rentenversicherung beauftragte Ärzte erstellt.
Bei Ablehnung der Rente aufgrund medizinischer Voraussetzungen lohnt es sich oft, zunächst Widerspruch einzulegen und - soweit erforderlich - kostenfrei bei dem Sozialgericht um sein Recht zu kämpfen.

Versicherungsrechtliche Voraussetzungen

  • Sie müssen mindestens fünf Jahre versichert sein.
  • In den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung belegt sein.

Wo erhalte ich Hilfe?
Die Rentenversicherungsträger sind zur kostenfreien Auskunft verpflichtet. Auch besteht meist ein Recht auf Einsicht in die Verfahrensakte, wozu ebenso die medizinischen Unterlagen gehören. Fast immer ist es ratsam, einen Rentenberater oder Rechtsanwalt hinzuzuziehen, wobei sich hier ein Preis- und Sympathievergleich durchaus lohnen kann.

Rechtsanwältin und Rentenberaterin
Christin Müller